Moor
Moor- und Torfanwendungen zählen zur Balneotherapie. Zur Behandlung gynäkologischer Beschwerden werden sie bereits seit dem 17. Jahrhundert eingesetzt.

Neben der äußerlichen Anwendung von Moor, also Bäder und Packungen, bietet die Applikation direkt in die Scheide (in Form von Tamponaden) folgende Vorteile: Moor enthält östrogenähnlich wirksame Substanzen, die besonders leicht durch die Scheidenschleimhaut aufgenommen werden können. Außerdem bewirkt die Wärme eine Zunahme der Durchblutung. Beckenbodenmuskulatur und die Organe des Genitalbereichs entspannen sich, was entscheidend zur Schmerlinderung beiträgt. Immer wiederkehrenden Scheideninfektionen wird durch Steigerung der Immunabwehr entgegengewirkt.

Bei akuten Entzündungen darf keinesfalls eine Wärmetherapie durchgeführt werden, aber gute Wirksamkeit zeigen Moortamponaden bei chronischen Unterbauchschmerzen, Reizblase, Beschwerden nach gynäkologischen Operationen und trockener Scheide. Chronischer Juckreiz im äußeren Genitalbereich wird durch eine direkte Auftragung von Moor auf die betroffenen Stellen behandelt.