Naturheilkunde
Unbestritten hat die Schulmedizin oberste Priorität bei klaren Krankheitsbildern wie beispielsweise Brüchen, Krebserkrankungen oder schweren akuten Infektionen. Aber vor allem funktionelle Beschwerden wie Migräne oder chronische Schmerzen, bei denen eine anderweitig behandelbare Ursache ausgeschlossen wurden, sind klassische Indikationen für ganzheitliche Verfahren.

Bei vielen naturheilkundlichen Methoden stellt sich das Problem, dass von Schulmedizinern geforderte fundierte Studien fehlen und die Wirkungsweise nicht immer geklärt ist. Der Hauptgrund hierfür liegt in den unterschiedlichen Denkansätzen: Während die Schulmedizin lineares Ursache-Wirkung-Denken lehrt, betrachten Naturheilkundler den Menschen ganzheitlich und sehen nicht die einzelnen Organsysteme. Der Körper spiegelt für sie ein vernetztes biologisches System wider, in dem Beschwerden nicht unbedingt an der Stelle therapiert werden, an der sie auftreten. Die Behandlung ist deshalb stark individualisiert und macht Vergleiche schwer. Dennoch konnte zumindest für einige pflanzliche Arzneimittel, sowie für Akupunktur ein wissenschaftlicher Wirkungsnachweis erbracht werden.

Viele Methoden sind gut miteinander kombinierbar, und so sollten Schulmedizin und Naturheilkunde nicht als konkurrierende Methoden angesehen werden, sondern als gegenseitige Ergänzung.