Neuraltherapie

Bestimmt haben Sie schon davon gehört, dass viele Patienten bei einem Herzinfarkt hauptsächlich Schmerzen im linken Arm spüren. Das lässt sich durch Verschaltungen von Hautnerven mit Nerven, die die inneren Organe versorgen, erklären. Durch derartige Verbindungen im Rückenmark wird eine falsche Information an das Gehirn weitergeleitet. Man kann von einer "Fehlinterpretation der Schmerzlokalisation" sprechen.

Das Prinzip der Neuraltherapie ist die Unterbrechung dieses Regelkreises durch gezielten therapeutischen Einsatz von Lokalanästhetika. Die betäubende Wirkung an der Injektionsstelle ist hierbei von untergeordneter Bedeutung, vielmehr greift das Medikament regulierend in regionale und übergeordnete Schaltkreise ein. Der Effekt hält dabei länger an als die Wirkzeit des Medikaments, führt zur Lösung von Blockaden, und somit zur Regulation des Organismus.

Einsatzgebiete sind vor allem chronische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne oder Schmerzen des Bewegungsapparates. Die Neuraltherapie ist nebenwirkungsarm und lässt sich sehr gut mit der Akupunktur kombinieren. Allerdings darf sie bei Allergien gegen lokale Betäubungsmittel oder Einnahme von stark blutverdünnenden Medikamenten nicht eingesetzt werden.